Jenseits von Lärm und Narrativen
2026 startet in ein anspruchsvolles, aber konstruktives Umfeld: Die Fed setzte Ende 2025 vorsichtige Zinssenkungen fort, das globale Wachstum bleibt moderat, angetrieben von Rekordinvestitionen in KI und robuster Endnachfrage. Gleichzeitig erhöhen Deglobalisierung, Demografie und fiskalische Belastungen die Zyklusreife. Unser Fokus: Qualität, Diversifikation und selektive Nutzung von Laufzeit- und Themenprämien.
Die Highlight dieser Ausgabe sind:
Konjunktur & Allokation – Wir erwarten 2026 keine globale Rezession, sondern moderates Wachstum. Aktien halten wir nahe der strategischen Quote; Treiber der Renditen dürften Gewinne, nicht höhere Bewertungen sein. Alternative Anlagen bleiben als Diversifikator sinnvoll, insbesondere für CHF-Anleger mit mageren Realrenditen in inländischen Anleihen.
Aktien: KI bleibt Leitmotiv – Von einer platzenden KI-Blase gehen wir 2026 nicht aus. Qualität vor Hype lautet die Devise: Hyperscaler wie Amazon, Microsoft und Alphabet profitieren mit starkem Gewinnwachstum und soliden Cashflows. Attraktive Chancen sehen wir bei KI-Enablern in Stromversorgung, Netzen, Halbleitern und Kühlsystemen, wo Engpässe zunehmen. Regional bevorzugen wir die USA und ausgewählte asiatische Märkte (Japan, Vietnam; China sehr selektiv); Europa braucht sichtbare Belege für nachhaltiges Gewinnwachstum.
Anleihen: Qualität, Duration, USD – Wir bleiben übergewichtet in Anleihen, mit klarem Schwerpunkt auf höherer Qualität und selektiver Duration. Der Kreditzyklus ist fortgeschritten; Hochzins nur sehr selektiv. Bei USD-Emittenten sehen wir die beste Kombination aus Fundamentaldaten und Potenzial für geldpolitische Lockerung, während die EZB in H1 2026 eher abwartet. Für Schweizer Anleger sind Katastrophenanleihen als niedrig korrelierte Einkommensquelle besonders interessant.
Gold: Strategischer Aufstieg – Seit Ende 2023 hat sich Gold mehr als verdoppelt. Zentralbanken bleiben Netto-Grosskäufer und stützen den Preis strukturell. Wir erwarten 2026 weiter Aufwärtspotenzial, wenn auch moderater; Rücksetzer sehen wir als Gelegenheiten, Untergewichtungen aufzustocken. Bei nachlassender Liquidität oder einem Abflauen des KI-Booms könnte zusätzliche geldpolitische Unterstützung erneut Rückenwind liefern.
US-Dollar: Schwäche mit taktischen Erholungen – 2025 fiel der USD-Index rund 8%, gegenüber EUR um ca. 10% und CHF um ca. 11%. Strukturelle Gegenwinde bleiben: US-Schuldenquote ca. 124% des BIP (Dez. 2024), Nettozins 2025 bei 3,2% des BIP und perspektivisch steigend, Bewertungsüberhang sowie eine schrumpfende Zinsdifferenz. Taktische Stärkephasen sind möglich, strukturell bevorzugen wir jedoch eine leichte Abwertung.
Risiken im Blick – Eine Neubewertung des US-Treasury-Markts bei hartnäckiger Inflation oder erhöhten Laufzeitprämien wäre der grösste Querschläger für alle Assetklassen. Zusätzlich drohen eine schärfere KI-Konsolidierung und eine unerwartete Konjunkturabschwächung. Unser Gegenmittel: Diversifikation, Qualitätsbias, Bewertungsdisziplin und adaptive Steuerung.
Fazit: 2026 verspricht ordentliche, wenngleich nicht spektakuläre Renditen – getragen von Gewinnwachstum, laufenden Erträgen und selektiver Partizipation an strukturellen Trends wie KI und Infrastruktur. Wir bleiben konstruktiv, aber wählerisch.
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